Kommentar zur Demo am 26.1.2022 in Gelsenkirchen

Wir waren gestern aus mehreren Gründen dabei.
Wir sind mit Johnson&Johnson geimpft und haben uns Anfang Dezember mit Biontech boostern lassen. Nicht, weil wir die Impfung für sinnvoll halten, sondern damit zB meine Tochter irgendwann auch mal zu Präsenzvorlesungen zur Uni kann. Sie ist jetzt am Ende des 3. Semesters und hat die Uni noch nicht einmal von innen gesehen. Geschweige denn persönlichen Kontakt zu Kommilitonen gehabt. Sie versauert hier zu Hause.
Nun gelten wir nicht mehr als geboostert, werden wieder ausgegrenzt und sollen uns eine 3. Impfung abholen. Dummerweise habe ich eine Nadelphobie und große Bedenken wegen der Impfreaktionen. Bin alleinerziehende Mutter zweier Halbwaisen. Meine Kinder haben nur noch mich.
Außerdem habe ich es nicht so gut verkraftet, dass mein Mann verstorben ist. Bin deswegen im Ambulanten Betreuten Wohnen. Meine Betreuerin ist nicht geimpft. Nun hat ihr Arbeitgeber, das Sozialwerk St. Georg entschieden, dass alle ungeimpften Mitarbeiter ab dem 15. März ohne Lohnfortzahlung freigestellt werden.
Meine Betreuerin ist mir fast schon eine Freundin geworden, sie ist für mich unersetzbar. Sie hat mich übrigens auch auf die Spaziergänge aufmerksam gemacht.
Als mein Mann 24 Wochen im Krankenhaus lag, hatten wir es immer mal wieder mit Ärzten und Pflegepersonal zu tun, die sehr schlecht deutsch gesprochen haben. Es kam immer wieder zu Verständigungsproblemen. Auch auf der Intensivstation.
Meine Befürchtung ist, dass das ungeimpfte Pflegepersonal mit Pflegekräften ersetzt werden, die aus Polen und anderen Ländern kommen und die deutsche Sprache nicht wirklich beherrschen. Das wäre für jeden Patienten und Bewohner eine Katastrophe, da es zu noch viel mehr Verständigungsschwierigkeiten kommen wird und viele Bedürfnisse der Patienten und Bewohner auf der Strecke bleiben.
Außerdem haben viele Pflegekräfte und Betreuer ein Alter erreicht, mit dem sie keine andere Arbeit mehr bekommen werden.
Und genau deswegen fühle ich mich verpflichtet, mit Euch auf die Straße zu gehen!

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